Wenn das Gedenken Pause macht

Wir sind seit Langem an eine Gedenk­kultur gewohnt, bei der jeder, jemals durch Deut­sche began­gene Schandtat regel­mäßig und ausführ­lich bedacht wird. Eine Aufzäh­lung diverser regel­mä­ßiger Gedenk­ver­an­stal­tungen ist hier wirk­lich nicht notwendig. Jeder kennt sie. Diese Gedenk­kultur ist wesent­lich für die Recht­fer­ti­gung und Selbst­dar­stel­lung des poli­ti­schen Main­streams, insbe­son­dere des Deut­schen. Auf dieser Gedenk­kultur basiert schlicht und ergrei­fend der Herr­schafts­an­spruch dieser Akteure der Gegen­wart. Diese ist vergleichbar mit der christ­li­chen Reli­gion: In dem man ständig die eigenen Sünden bekennt und bereut, über­höht man sich auto­ma­tisch mora­lisch über alle jene, die das nicht tun und begründet so einen Herrschaftsanspruch.

Erst unlängst pilgerte Bundes­prä­si­dent Frank-Walter Stein­meier nach Namibia, um Verge­bung für die vom Deut­schen Kaiser­reich began­genen Gräu­el­taten zu bitten. Angeb­lich seien bei der Nieder­schla­gung des Aufstandes der Hereros 100.000 Menschen umge­kommen. Diese Aktion war wieder nur für das heimi­sche Publikum gedacht. In Namibia selbst kam sie gar nicht gut an berich­tete welt.de, obwohl Stein­meier mehr als eine Milli­arde Euro „Wieder­auf­bau­hilfe“ versprach.

Deshalb ist es sehr verwun­der­lich, dass der gesamte poli­ti­sche Main­stream auf ein Ereignis „vergessen“ hatte, das sich heuer zum acht­zigsten Male jährte und infolge dessen mindes­tens 20 Millionen Menschen ihr Leben verloren hatten: die Rede ist vom Russ­land­feldzug der Deut­schen Wehr­macht, der am 22. Juni 1941 begann.

Der gelernte Bürger hätte daher erwartet, dass die Main­stream­m­edien die bekannte Laier über die Verbre­chen des Natio­nal­so­zia­lismus im Allge­meinen und an dem konkreten Beispiel im Beson­deren wieder abspielen werden, so wie sie es jahraus jahrein immer machen. Diesmal war jedoch alles anders. Dieser Jahrestag wurde von allen west­li­chen Medien wie auf Kommando totge­schwiegen. Googelt man nach diesem Ereignis, so findet man keinen einzigen aktu­ellen Eintrag. Dies zeigt ganz nebenbei, wie alle west­li­chen Medien zentral gesteuert sind.

Nach dem Geschichts­ver­ständnis des poli­ti­schen Main­streams war dieser Angriffs­krieg von Seiten der Sowjet­union völlig unpro­vo­ziert und daher verbrecherisch.(Die Moti­va­tion Hitlers für diesen Angriffs­krieg ist nicht Gegen­stand dieses Arti­kels). Unstrittig ist auch, dass der Zweite Welt­krieg auf den Schlacht­fel­dern des russi­schen Bodens von den alli­ierten Streit­kräften gewonnen wurde. Folgt man also der Main­stream­dar­stel­lung, hätte Hitler den Zweiten Welt­krieg ohne den Angriffs­krieg gegen die Sowjet­union gewinnen müssen. Hitler hatte ja mit Stalin einen Nicht­an­griffs­pakt geschlossen. England wäre auch im Bündnis mit der USA außer Stande gewesen die deut­schen Truppen zu besiegen.

So gesehen schulden also unsere anti­fa­schis­ti­schen Beden­ken­träger Russ­land auf ewige Zeiten Dank für seinen Opfer­gang im Zweiten Welt­krieg. Das Opfer Russ­lands wäre vergleichbar mit der Kreu­zi­gung Jesus für die Chris­ten­heit. Es müsste jähr­lich mit Pomp und Trara so wie Ostern gefeiert werden. Wir würden zwar heute auch in einer Art von Euro­päi­scher Union leben, jedoch stünde diese im Zeichen der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Ideo­logie. Nach eigener Darstel­lung würden alle unsere heutigen poli­ti­schen Akteure selbst­ver­ständ­lich in einem Konzen­tra­ti­ons­lager schmachten, da sie sich natür­lich im Wider­stand gegen dieses Regime befänden. Viel­leicht wäre es aber auch ganz anders: Mögli­cher­weise wären alle unsere Anti­fa­schisten stramme Nazis, die sich so wie heute einfach nur ihren Platz am Futter­trog gesi­chert hätten.

Der einzige west­liche Poli­tiker, der diesen Jahrestag gebüh­rend gewür­digt hatte, war der AfD-Poli­tiker Tino Chru­palla, der anläss­lich seines Besuchs in Moskau zum Gedenken an die Opfer des Angriffs Deutsch­lands auf die Sowjet­union am 22. Juni 1941 auf dem Roten Platz einen Kranz am Grabmal des unbe­kannten Soldaten nieder­legte.

Noch vor sechs Jahren war Merkel höchst­de­ro­selbst am 10. Mai 2015 anläss­lich der Feier­lich­keiten zum sieb­zigsten Jahrestag des Kriegs­endes in Moskau. Dort gedachte sie gemeinsam mit Putin an die Opfer des Krieges.Mit solchen Beileids­be­kun­dungen ist jetzt offenbar Schluss.

Russ­land wird heute als Gegner in einem globalen Ringen um Vorherr­schaft erkannt, den man peu à peu nieder­ringen will. Jede Gegen­wehr Russ­lands oder Bestands­si­che­rung wird als „Aggres­sion“ darge­stellt. Dabei geht es um die gigan­ti­schen Rohstoff­vor­räte dieses Landes, die man unter Kontrolle bringen will und offenbar auch trotz allem Geschwafel von „Nach­hal­tig­keit“ und „Ener­gie­wende“ ganz drin­gend unter Kontrolle bringen muss. Die gigan­ti­schen Billio­nen­be­träge, die die EZB in den letzten Jahren für „Corona“ und die „Ener­gie­wende“ aus dem Nichts geschöpft hatte, müssen schließ­lich irgend­wann durch Sach­werte hinter­legt werden. Hinder­lich ist bloß die formi­dable Rüstung Russ­lands, insbe­son­dere die atomare.

Ein direkter Angriff auf Russ­land, so wie von der Deut­schen Wehr­macht am 22. Juni 1941 unter­nommen, scheidet daher aus. Dabei hat der Westen seinen Einfluss bereits tief in den post­so­wje­ti­schen Raum ausge­dehnt. Die heutige Demar­ka­ti­ons­linie deckt sich schon zum guten Teil mit den Erobe­rungen der deut­schen Wehr­macht im Zweiten Welt­krieg. Die Waffe der Wahl ist heute die Subver­sion. Dabei versucht man Schritt für Schritt das bestehende poli­ti­sche System in Russ­land durch Propa­ganda zu dele­gi­ti­mieren. Die mili­tä­ri­schen Leis­tungen der Roten Armee passen da gar nicht dazu. Ein Gedenken an den 22. Juni 1941 ist daher fehl Platz.

Anmer­kung:
Wir möchten an dieser Stelle ausdrück­lich betonen, dass der Gegen­stand dieses Artikel keine histo­ri­sche Bewer­tung der Ursa­chen des Krieges zwischen Hitler und Stalin sein soll. Das ist Sache der Histo­riker. Wir wollen hier ledig­lich aufzeigen, dass das Gedenken an dieses tragi­sche Kapitel der Zeit­ge­schichte von heutigen Inter­es­sens­lagen über­la­gert wird.


4 Kommentare

  1. Es ist leider so, daß immer wieder Deutsch­land mit Schuld belastet wird. (Im Falle der Hereros auch mit Schulden…).
    Was den Krieg „zwischen Hitler und Stalin“ betrifft, beweist Viktor Suworow mit seinen Werken „Stalins verhin­derter Erst­schlag – Hitler erstickte die Welt­re­vo­lu­tion“ und „Eisbre­cher“, daß das Deut­sche Reich durch seinen völker­recht­lich legi­timen Präven­tivan­schlag den Angriff Stalins auf West­eu­ropa in letzter Sekunde verei­telte. Die Sowjet­union war weder „unvor­be­reitet“ noch war sie „fried­lie­bend“, wie es die kommu­nis­ti­sche Propa­ganda bis heute behauptet. Im Gegen­teil, Stalin hatte eine riesige Armee zusam­men­ge­zogen und stand selbst kurz vor dem Über­fall auf Deutsch­land und Europa. Das Deut­sche Reich hat Stalins kommu­nis­ti­scher Welt­re­vo­lu­tion im Endef­fekt das Rück­grat gebro­chen. Und Stalin wußte, daß er dem Kampf um die Welt­re­vo­lu­tion damit verloren hatte.
    ia902608.us.archive.org/33/items/34458777ViktorSuworowStalinsVerhinderterErstschlag/34458777-Viktor-Suworow-Stalins-Verhinderter-Erstschlag.pdf
    Russ­land feiert auf Grund­lage einer Verdrän­gung der Wahr­heit und im Inter­esse der inneren Stabi­lität des eigenen Landes den „Großen Vater­län­di­schen Krieg“ und gesteht sich die Haupt­schuld Stalins am Deutsch-Russi­schen Krieg nicht ein.

    2
    1
  2. Was die Gedenk­gründe der Vorkriegs­zeit betrifft, macht mir keiner ein schlechtes Gewissen, denn ich bin nicht dabei gewesen.

    Was die (späteren) Gedenk­gründe der Corona- und Todes­spritzen-Zeit betrifft, bin ich mir noch nicht schlüssig, wie ich das morgen sehe. Denn zwei­fels­frei bin ich dabei gewesen.

    Nur verhin­dern konnte ich nichts. Doch konnten die Menschen in der Vorkriegs­zeit die schreck­li­chen Taten verhin­dern? Ich denke, wenn die aktu­elle Zeit für etwas gut ist, dann darin, in der Gewiss­heit, dass die Schuld der einfa­chen Menschen immer nur durch das Wegsehen defi­niert ist. Und die Absicht ist damals wie heute dieselbe: ABGST. Angst, dass es einem selbst an den Kragen geht, wenn man anderer Meinung ist. Und diese Angst ist es, die uns immer wieder in dieselbe Situa­tion treibt. In eine Situa­tion , in die man nicht kommen würde, wenn man keine Angst hätte.

    Menschen.

    Menschen gehen in die Kirche, wenn sie Angst haben. Je mehr Angst, desto voller werden im Allge­meinen die Kirchen. ‚Da ist die Angst noch gepaart mit Dumm­heit. Denn heute – im Gegen­satz zur Vorkriegs­zeit – gibt es viele Möglich­keiten, sich zu infor­mieren, damit solche Faupax‘ nicht wieder passieren. Doch sie passieren nach wie vor.

    Der Heilige Kittel des Vatikans

    Im September besucht der Heilige Kittel der Papst die Slowakei. 

    Nur voll­ständig Geimpfte dürfen an seinen Veran­stal­tungen teilnehmen. 
    corona-transition.org/gen-spritze-fur-den-glauben

    Und wenn man jetzt glaubt,er hätte vor lehren Rängen gespro­chen, so irrt man sich. Soviel nur zum Thema Dumm­heit

    PS: Der Dalai Lama ist mitt­ler­weile auch rumge­dreht. Mich würde wirk­lich inter­es­sieren, was für ein Kraut die rauchen .….

  3. „Wir Möchten an dieser Stelle ausdrück­lich betonen, dass der Gegen­stand dieses Artikel keine histo­ri­sche Bewer­tung der Ursa­chen des Krieges zwischen Hitler und Stalin sein soll. Das ist Sache der Historiker.“

    Blöd­sinn, seitdem die Kämpfe beendet waren ist es Gegen­stand der Tages­po­litik und wie diese bewertet ist offen­sicht­lich. Daran hat sich absolut gar nichts geän­dert, seit 1945. Siehe Fran­ken­stein­meier, der im Artikel ja sogar noch zitiert wurde.

    • Genau Marcus, das ist ja offen­sicht­lich die Botschaft des Artikel: Jetzt ist das Thema eben NICHT mehr Gegen­stand der Tages­po­litik, da der Russe aus heutiger Sicht „böse“ ist und somit nicht das „Zeug“ zum Opfer hat.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here