SOS-Mitmensch spricht sich für Tierschächtung aus

Foto: Haeferl / wikimedia.org (CC-BY-SA-3.0)

Als gäbe es nicht schon genug entbehrliche Aussagen in der Diskussion um das Schächten, hat sich nun ausgerechnet der Gutmenschenverein „SOS Mitmensch“ zum Tierleid geäußert – leider nicht im Sinne der (Mit-)Tiere. In einer diesbezüglichen Aussendung heißt es:

SOS Mitmensch fordert Landesrat Gottfried Waldhäusl auf, seine Falschinformations-Kampagne zum Thema Schächten umgehend einzustellen. Waldhäusl verbreitet derzeit über soziale Medien Horrormeldungen von minutenlangen Todeskämpfen von Tieren und stellt indirekt Juden und Muslime an den Pranger. Doch legales Schächten ist in Österreich streng geregelt. Es muss unmittelbar nach dem Schnitt die Betäubung erfolgen. Das sieht Paragraph §32 des Tierschutzgesetzes vor. Ein minutenlanger Todeskampf ist somit bei ordnungsgemäßer Schächtung in Österreich ausgeschlossen.

Waldhäusl „führt Bevölkerung in die Irre“

„SOS-Mitmensch“-Sprecher Alexander Pollack versteigt sich dann auch noch zu der Aussage:

Ein Landesrat, der gezielt Falschinformationen verbreitet, ist untragbar. Die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner muss endlich Konsequenzen ziehen und Waldhäusl abberufen, bevor er die Bevölkerung weiter in die Irre führt und weiteren Schaden anrichtet.

Wurzelbehandlung ohne Lokalanästhesie?

Würde man Herrn Pollack nun fragen, ob er es einem Mitmenschen zumuten würde, kleinere Operationen oder Zahnextraktionen ohne Lokalbetäubung durchzuführen, würde er wohl aus tiefster Überzeugung mit nein antworten. Von größeren Eingriffen ganz zu schweigen. Aber einem Schaf oder einem Rind will er zumuten, dass man ihm in Tötungsabsicht ohne Betäubung den Hals durchschneidet? Und es erst danachbetäubt?

„Tierfreundliches Schächten“?

Die blauäugige Berufung auf Paragraph 32 des Tierschutzgesetzes ist ebenso naiv wie realitätsfremd. Offensichtlich war Pollack noch nie dabei, wenn ein Rind mit dem Kopf fixiert wird, bevor man ihm die Kehle durchsäbelt. Wo kein Kläger, da kein Richter – und woher will Herr Pollack wissen, was sich hinter verschlossenen Schlachthoftoren beim Schächten tatsächlich abspielt und ob alle Paragraphen brav eingehalten werden? Nicht umsonst müssen Tiere bei hierzulande üblichen Schlachtungsvorgängen vorherbetäubt werden.

Linkes Schweigen zu moslemischen Unarten

Was noch viel mehr verwundert, ist der Umstand, dass die Linken, die sonst bei jeder Gatterjagd (zu Recht) Zeter und Mordio schreien, sich beim Thema Schächten in betretenes Schweigen hüllen. Nur nicht anecken bei den Moslems, selbst wenn sie auf religiös verbrämte Unarten bestehen, die nicht einmal im Koran klar definiert sind. Dort steht nämlich kein Wort davon, dass man Tiere ohne Betäubung schächten muss. Auch die Bedeutung des Begriffes „halal“ (erlaubt) ist Auslegungssache und wird auf unterschiedliche Art interpretiert.

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