Marokko ermög­licht Migran­ten­an­sturm auf spani­sche Exklave Ceuta

Grenzzaun in Ceuta· Foto: Wikipedia/Mario Sánchez Bueno, CC BY-SA 2.0]

Das nord­afri­ka­ni­sche König­reich erhält jähr­lich EU-Hilfen in Millionenhöhe

Die in Nord­afrika gele­gene spani­sche Exklave Ceuta wird von Migranten gera­dezu gestürmt. Binnen 24 Stunden kamen rund 5.000 ille­gale Einwan­derer aus Marokko. Laut spani­schen Medi­en­be­richten schwammen die Migranten von der marok­ka­ni­schen Stadt Fnideq aus durch das Mittel­meer oder liefen bei Ebbe auch am Strand entlang.

Möglich wurde der Migran­ten­an­sturm auf Ceuta, weil Marokko offenbar seine Grenz­kon­trollen zuder 85.000 Einwohner zählenden spani­schen Stadt und damit zur EU einge­stellt hat. Das nord­afri­ka­ni­sche König­reich ist verär­gert, weil Spanien die medi­zi­ni­sche Behand­lung des Chefs der Unab­hän­gig­keits­be­we­gung Poli­sario für West­sa­hara erlaubt hat. Marokko wiederum erhebt Ansprüche auf die Westsahara.

Das Verhalten Marokkos kann als Affront gegen­über der gesamten Euro­päi­schen Union gewertet werden. Schließ­lich hat der nord­afri­ka­ni­sche Staat mit der EU ein Asso­zi­ie­rungs­ab­kommen sowie ein vertieftes und umfas­sendes Frei­han­dels­ab­kommen (DCFTA) abge­schlossen. Außerdem profi­tiert Marokko vom Euro­päi­schen Nach­bar­schafts­in­stru­ment. Allein aus diesem Programm erhielt Marokko 2017 satte 189,5 Millionen Euro an euro­päi­schem Steu­er­geld. Aber Dank­bar­keit ist bekannt­lich keine poli­ti­sche Kate­gorie, und so scheint Rabat Brüssel zu zeigen, wer am längeren Ast sitzt.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei ZUR ZEIT, unserem Partner in der EUROPÄISCHEN MEDIENKOOPERATION.


1 Kommentar

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here