Polen: 7. Oktober – Fest der Mutter­gottes vom Rosenkranz

Chodkiewicz bei Chocim, Gemälde von Józef Brandt

Die Victoria von Chocim und der Rosenkranz

Während der entschei­denden Seeschlacht der verei­nigten christ­li­chen Flotten gegen die musli­mi­sche Armada bei Lepanto im Jahr 1571 ordnete der Papst eine große Rosen­kranz­pro­zes­sion in Rom an, um den Sieg zu feiern. Das Bildnis der Mutter­gottes vom Schnee wurde darin getragen. Der Sieg der Heiligen Liga wurde auf die Fürsprache der Jung­frau Maria zurück­ge­führt. Zum Gedenken daran erklärte Pius V. den 7. Oktober zum Fest Unserer Lieben Frau vom Rosen­kranz, und das Bild Unserer Lieben Frau vom Schnee erhielt den Titel „Salus Populi Romani – Rettung des römi­schen Volkes“. Dieses Bild ist seither zu einem der am meisten verehrten Mari­en­bilder in Europa geworden. Der Triumph der Christen über den Islam im 16. Jahr­hun­dert ist mit einem ähnli­chen Ereignis in der Geschichte Polens verbunden – der Schlacht von Chocim (1621), die als „polni­sches Lepanto“ bekannt ist.

Die antike Ikone der Jung­frau Maria vom Schnee in Rom

Die Geschichte dieser antiken Ikone ist mit der Errich­tung der Basi­lika Santa Maria Maggiore verbunden. In der Nacht des 3. August 352 erschien die Jung­frau Maria dem Papst Libe­rius und dem Patri­zier Johannes im Traum und befahl, den Tempel an einem Ort zu errichten, an dem sie frischen Schnee finden würden. Am nächsten Morgen war eine der Pisten mit Schnee bedeckt. Auf Wunsch der Mutter­gottes wurde dort eine Kirche gebaut und ein Bildnis der Schnee­kö­nigin, die heute auch als Sieges­göttin oder Rosen­kranz­göttin bekannt ist, darin aufgestellt.

Nach der Schlacht von Lepanto wuchs der Ruhm des Bildes noch mehr. Schon bald wurde es in vielen römi­schen Ateliers kopiert. Eine der Kopien wurde in der Kirche der Domi­ni­ka­ner­pa­tres in Krakau aufge­stellt. Sie wurde um 1588 von Kardinal Bernard Macie­jowski aus Rom mitge­bracht. Die Legende besagt, dass es sich um dasselbe Gemälde handelt, vor dem der heilige Stanis­laus Kostka im römi­schen Jesui­ten­kolleg gebetet hat. In Polen entwi­ckelte sich der Kult um das Gemälde sehr schnell. Im Jahr 1600, als Krakau von der Pest heim­ge­sucht wurde, ordnete der dama­lige Bischof eine Prozes­sion mit dem Gemälde durch die Straßen der Stadt an. Die Seuche hat aufge­hört. Im Jahr 1601 wurde das Gemälde offi­ziell „Rosen­kranz“ genannt und der Rosen­kranz­bru­der­schaft über­geben. Im selben Jahr fand die zweite Prozes­sion mit dem Gemälde statt: Es war auch die erste Rosen­kranz­pro­zes­sion. Von da an fanden die Prozes­sionen jedes Jahr statt, auch in Zeiten natio­naler Not.

Als 1621 ein etwa 400.000 Mann starkes türki­sches Heer unter Osman II. die Grenzen Polens über­schritt, schlug Hetman Jan Karol Chod­kie­wicz am 2. September mit 60.000 Mann ein Lager bei Chocim am Dnjestr auf. Die erste Schlacht mit dem türki­schen Heer brachte den Polen zwar den Sieg, doch der uner­war­tete Tod (am 24. September 1621) des geliebten Befehls­ha­bers der polni­schen Armee – des inzwi­schen betagten Hetman Chod­kie­wicz – schwächte die Kraft der Ritter so sehr, dass eine Nieder­lage unver­meid­lich schien. In der Zwischen­zeit verschoben die Türken aus unge­klärten Gründen die Entschei­dungs­schlacht, bis sie selbst einen Frie­dens­vor­schlag machten. Darüber hinaus endeten die Frie­dens­ver­hand­lungen mit der Unter­zeich­nung eines für Polen güns­tigen Vertrags. Histo­riker sehen den Grund für diese Entwick­lung in den Ereig­nissen in Krakau zu dieser Zeit. Als er vom Tod des Hetmans erfuhr, ordnete Bischof Marcin Szysz­kowski eine feier­liche Bitt­pro­zes­sion in Krakau an, bei der das Bild der Rosen­kranz­ma­donna aus der Domi­ni­ka­ner­kirche durch die Straßen der Stadt getragen wurde. Es folgten Scharen von Menschen mit Rosen­kränzen in den Händen. Alle Häuser waren menschen­leer, denn alle eilten herbei, um mit Gott um den Sieg über die Ungläu­bigen zu beten.

Die Offen­ba­rungen der Jung­frau Maria an Primas Wawr­zy­niec Gembicki und Stanislaw Lubo­mirski (in einem Traum) wurden weithin bekannt, und ihr Zusam­men­treffen mit den Ereig­nissen in Chocim wurde als Beweis dafür ange­sehen, dass die Gebete erhört worden waren. Der Glaube an das wunder­tä­tige Eingreifen der Mutter Gottes in Chocim wurde durch eine kursie­rende Geschichte über eine prophe­ti­sche Vision von Pater Mikołaj Oborski im Kloster der Jesui­ten­pa­tres in Kalisz verstärkt. Während er am 10. Oktober 1621 vor dem Aller­hei­ligsten betete, sah er plötz­lich die polni­schen Schüt­zen­gräben bei Chocim und doppelt so viele türki­sche Truppen, und über ihnen, auf den Wolken in einem strah­lenden Wagen, die Heilige Jung­frau Maria mit dem Jesus­kind und dem heiligen Stanis­laus Kostka, der vor ihr kniete und mit einer flehenden Geste auf das polni­sche Lager zeigte. Jesus streckte seine Hände nach dem knienden Mann aus, als wolle er ihn aufrichten. Als sich die Nach­richt von der endgül­tigen Zurück­schla­gung der türki­schen Armee verbrei­tete, wurde sie mit Obor­skis Traum in Verbin­dung gebracht. Zum Gedenken an den Sieg zog jedes Jahr am Tag des Triumphs von Chocim eine Rosen­kranz­pro­zes­sion durch die Straßen von Krakau.

Die Vereh­rung der Jung­frau Maria des Rosen­kranzes aus der Kirche der Domi­ni­ka­ner­pa­tres in Krakau ist auch heute noch sehr lebendig, hat aber einen eher privaten und verbor­genen Charakter. Vor dem Gnaden­bild wird immer gebetet, und jeden Tag wird eine Toten­messe für die Seelen der verstor­benen Mitglieder der Rosen­kranz­bru­der­schaft gefeiert. Die Rosen­kranz­pro­zes­sion findet immer noch statt, aber nicht mehr durch die Straßen der Stadt, sondern im Inneren der Kirche zu ihren fünf Kapellen.

Quelle: Niedziela.pl


Krakau feiert den 400. Jahrestag des Sieges von Chocim

Histo­ri­sche Konfe­renz mit dem Titel. „Fidei Defensor“, Appell der Gefal­lenen und Heilige Messe – so wird der 400. Jahrestag des Sieges von Chocim 1621 in Krakau begangen. Die Veran­stal­tungen sind für den 9. und 10. Oktober 2021 geplant.

Anläss­lich des 400. Jahres­tages der sieg­rei­chen polnisch-türki­schen Schlacht von Chocim findet am Samstag, den 9. Oktober 2021, in der Aula der Päpst­li­chen Univer­sität Johannes Paul II. in Krakau in der Bernar­dyńska-Straße 3 eine histo­ri­sche Konfe­renz mit dem Titel „Fidei Defensor“ statt.

Am Sonntag wird um 9.30 Uhr am Grab der Familie Chod­kie­wicz auf dem Rako­wicki-Friedhof in Krakau der Toten­ap­pell abge­halten, und um 12 Uhr wird in der Wawel-Kathe­drale eine Messe gefeiert.

Quelle: PCh24.pl


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