Donald Trump: "Das verkrüppelte Amerika"

Ein grimmig blickender Donald J. Trump am Titel seines Buches “Crippled America: How to Make America Great Again” (erschienen bei Simon & Schuster, New York)

Ab heute steht es also fest: Donald J. Trump ist als republikanischer Kandidat für die amerikanischen Präsidentschaftwahlen de facto nicht mehr zu verhindern; gewisse Ähnlichkeiten mit politischen Parteien etwa in Deutschland und Österreich, die ebenfalls ihre Spitzenkandidaten am liebsten „verhindern“ würden, sind sicherlich rein zufällig…

Zur Verhinderungsstrategie gehört wohl auch die Tatsache, dass Donald Trumps im vergangenen November erschienenes Buch “Crippled America: How to Make America Great Again” („Das verkrüppelte Amerika: Wie Amerika wieder zu Größe gelangen soll“) bis heute nicht ins Deutsche übersetzt wurde.

Anlass für uns, unseren Lesern zumindest eine Kurzpräsentation des Buches zu bieten.

Der Milliardär Donald Trump gibt in seinem Buch vor, ein „besseres Amerika“ schaffen zu wollen. Den heutigen Zustand der USA bezeichnet er als „verkrüppelt“ und äußert durchaus von der üblichen Rhetorik abweichende Meinungen. So hätten die USA in Syrien versagt und hätten Millionen im Nahen Osten versenkt. Zeitgleich hätte Putin „eine Koalition in Syrien zustandegebracht, die Putin zum einzigen wirklich handlungsfähigen Führer der Welt machen wird.“ Als guter US-Bürger empfindet Trump das natürlich als „eine Schande für unser Land“. Doch er möchte auch innenpolitisch einiges verändern. So macht er sich Sorgen um die 45 Millionen in Armut lebenden Amerikaner und möchte eine „hohe Mauer“ an der Grenze bauen, um illegale Einwanderer abzuhalten.

Aber lesen sie selbst eine Kostprobe aus dem Vorwort:

YOU GOTTA BELIEVE („GLAUBEN SIE MIR!“)

Einige Leser werden sich vielleicht fragen, warum ich auf dem Bild, das wir auf dem Cover dieses Buches verwendet haben, so grimmig aussehe. Ich hatte ein paar schöne Fotos machen lassen, die mich mit einem breiten Lächeln im Gesicht zeigten. Ich sah darauf glücklich und zufrieden aus, wie ein sehr netter Kerl, der ich ja zumindest theoretisch auch bin. Meiner Familie gefielen diese Bilder und sie wollte, dass ich eines davon verwende. Der Fotograf hatte da wirklich ein Meisterwerk vollbracht. Aber ich entschied mich dennoch dagegen. Denn dieses Buch handelt von einem „Crippled America“ („verkrüppelten Amerika“). Leider gibt es nur sehr wenig angenehmes zu diesem Thema zu sagen. Daher auch dieses Bild auf dem Cover.

Das Bild, das ich wollte, sollte mich nicht glücklich zeigen, es sollte den Zorn und das Unglück, wie ich es fühle, wiedergeben anstelle von Freude. Es gibt nämlich nichts, worüber man fröhlich sein könnte, denn wir befinden uns gegenwärtig in keiner erfreulichen Situation. Wir befinden uns in einer Situation, wo wir wieder an die Arbeit gehen müssen, um Amerika wieder groß zu machen. Das gilt für uns alle. Und deswegen habe ich dieses Buch geschrieben. Die Leute sagen, dass ich Selbstvertrauen habe. Aber wer weiß? Als ich die Dinge deutlich anzusprechen begann, war ich ein Realist. Ich wusste, dass die unnachgiebigen und inkompetenten Neinsager, welche für den Status quo eintreten, ängstlich gegen mich Stellung beziehen würden, und das taten sie auch:

  • Die Politiker, die während ihrer Kampagnen großartige Reden schwingen – und später, wenn sie tatsächlich zu regieren versuchen, ein klägliches Bild abgeben, weil sie nicht regieren können; sie haben eben keine Ahnung davon, was es heißt zu regieren.
  • Die Lobbyisten, die ihre Hände in unseren Taschen haben, sei es im Auftrag ihrer Kunden oder anderer Interessenten.
  • Die Vertreter der Medien, die dann, wenn es um Fairness und Ausgewogenheit geht, nicht einmal wissen, was den Unterschied zwischen „Tatsachen“ und „Meinungen“ ausmacht.
  • Die illegalen Einwanderer, welche den Leuten hier, die eigentlich ein Recht darauf hätten, die Jobs wegnehmen, während mehr als 20 Prozent der Amerikaner derzeit arbeitslos oder unterbeschäftigt sind. Glauben Sie mir, solche armen Menschen gibt es bereits überall. Ich sehe sie. Ich spreche mit ihnen. Ich schüttle ihnen die Hände und versuche sie aufzubauen. Es gibt sie bereits überall.
  • Der Kongress, der seit Jahren festgefahren ist und mit unseren drängendsten innenpolitischen Problemen so gut wie überhaupt nicht zurande kommt, nicht einmal mit den grundlegendsten wie beispielsweise die Verabschiedung eines Budgets. Denken Sie nur: nicht einmal eine Routinearbeit wie ein Budget bringen diese Leute zustande! Sie wissen nicht einmal, wie das geht.
  • Zur gleichen Zeit sieht man, wie der Mittelstand – das Fundament dieses Landes – und jene 45 Millionen Amerikaner, die in Armut leben müssen, während der letzten 20 Jahren immer mehr Einkommenseinbrüche verzeichnen mussten. Verständlicherweise wird ihre Enttäuschung und Frustration über den Gang der Entwicklung von Tag zu Tag größer, zumal diese Entwicklung zunehmends immer schlimmer wird.
  • Sogar unsere Anwälte und Richter, also die mit ihrem Intellekt tätigen „Weisen“, setzen sich neuerdings immer mehr über die Prinzipien der US-Verfassung, dem Bollwerk unserer Demokratie, hinweg. Sie berufen sich mittlerweile rücksichtslos darauf, selber politische Entscheidungsträger zu sein, weil unsere tatsächlich gewählten Politiker durch ihre Parteiabhängigkeit völlig gelähmt sind, nichts entscheiden können und nicht agieren können, ja völlig impotent sind.
  • Was den Präsidenten und die Exekutive betrifft, ist deren Inkompetenz einfach unglaublich.

Während ich diese Zeilen schreibe, hat Russlands Präsident Wladimir Putin unseren Präsidenten trickreich ausmanövriert, indem er eine Koalition in Syrien zustandebrachte, die Putin als einzigen wirklich handlungsfähigen Führer der Welt hervortreten lässt. Er und seine Verbündeten, vor allem der Iran, haben sich genau dort positioniert, wo Präsident Obama und unser Militär seit Jahrenn kläglich versagt haben. Sie haben total versagt. Sie sind keine Führer mehr. Wir haben die Führungsrolle verloren. Putin hingegen hat sich zum Führer gemacht, und das ist eine Schande für unser Land.

Wir haben buchstäblich Billionen von Dollar im Nahen Osten in den Sand gesetzt und haben damit so gut wie nichts erreicht, ausgenommen die Entfremdung von unserem besten Verbündeten Israel. Erschwerend kommt hinzu, dass wir einen wertlosen und kostspieligen Atomvertrag mit dem Iran (nunmehr Russlands bester Freund) ausgehandelt haben, der auf der Annahme beruht, dass dies zu mehr Harmonie und Frieden in der Welt führen würde. Genau das wird aber nicht der Fall sein, sondern vuielmehr das Gegenteil.

Die Idee der amerikanischen Größe, dass unser Land der Führer der freien und der unfreien Welt sei, existiert nicht mehr.

Trotz all dieser Herausforderungen, oder eigentlich wegen dieser Herausforderungen, habe ich mich entschlossen, etwas dagegen zu tun. Ich konnte es nicht ertragen, miterleben zu müssen, was mit unserem großen Land geschieht. Dieser Niedergang schreit in eklatanter Weise nach besserer Führung. Es bedarf dazu eines Mannes mit gesundem Menschenverstand und Geschäftssinn, jemand, der Amerika wirklich führen kann, und zwar zurück zu dem, was uns in der Vergangenheit groß gemacht hat.

Wir brauchen jemanden, der eine Erfolgsbilanz in der Wirtschaft aufweisen kann, der etwas von Größe versteht, jemand, der uns zu jener ‚Excellence‘ zurückführt, die einst der Inbegriff unserer Gesellschaft war, jemand, der uns erklärt, was getan werden muss.

Als ich die Dinge deutlich anzusprechen begann, hatte ich noch keine Ahnung, wie die Reaktionen darauf sein würde. Ich weiß, ich bin ein großer Bauherr, ich habe Gebäude auf der ganzen Welt errichtet. Ich habe sehr großen Erfolg dabei gehabt. Aber ich hatte bisher noch nicht im vollen Umfang dargelegt, was meine politischen Gedanken und Konzepte sind, um Amerikas Größe wiederherzustellen.

Ich wusste auch, dass die Marke Trump eine der weltweit bekannten Marken für Qualität und Exzellenz ist. Jeder spricht darüber. Jeder weiß es. Das ist etwas wirklich Außergewöhnliches und ich bin sehr stolz darauf. Unsere Gebäude und Ressorts stehen jetzt sehr stolz (und schön) überall in den Vereinigten Staaten und in vielen anderen Ländern.

Ich begann mit der Frage der illegalen Einwanderung und schlug den Bau einer großen Mauer vor, die sehr hoch und somit geeignet sein sollte, die Flut von Immigranten effektiv abzuwehren, die wir hier als Illegale nicht haben wollen und nicht brauchen. Wir haben nichts dagegen, wenn Menschen zu uns kommen, aber nicht, wenn dies in illegaler Weise passiert.

Plötzlich begannen die Amerikaner aufzuwachen und erkannten, was es mit der illegalen Einwanderung auf sich hatte. Trotz der großen Zahl der Bewerber für die republikanische Nominierung waren es erst meine Argumente, welche die Menschen wirklich aufrüttelten. Und plötzlich waren diese Argumente allgegenwärtig und in aller Munde.

Die Menschenmassen, die meine Wahlkampfreden anzogen, wurden immer größer, sodass wir unsere Kundgebungen zuletzt in Fußballstadien und Kongresszentren abhalten mussten. Die erste in allen Bundesstaaten ausgestrahlte TV-Debatte hatte 24 Millionen Zuschauer, was einen Rekord für das Kabelfernsehen bedeutete. Trotz der teilweise lächerlichen, antagonistischen Fragen – oder vielleicht gerade wegen dieser Fragen – schlug ich zurück, wie ich es gewohnt bin, und erklärte meine Vision. Die meisten Zuseher waren der Meinung, dass ich bei der Debatte siegreich hervorgegangen wäre.

Die Leute applaudierten. Menschen, die sich nie um Wahlen gekümmert oder noch nie gewählt hatten, begannen plötzlich unsere Kundgebungen zu besuchen. Die Kundgebungen wurden immer größer. Unglaubliche Massen nahmen daran teil. Die Begeisterung beruhte auf echter Zuneigung, einer Zuneigung für das, was wir taten.

Die Medien, die Politiker und die sogenannte Führung unseres Landes reagierten mit Entsetzen. Aber ich hielt durch und ging direkt auf die Menschen zu, weil ich nicht von der finanziellen Unterstützung durch andere abhängig bin und auch niemanden um Genehmigung dafür fragen muss, was ich sage oder tue. Ich musste einfach nur das Richtige tun. Und ich musste es tun. Ich hatte keine andere Wahl. Ich sehe ja, was in unserem Land passiert; das Land geht vor die Hunde. Also musste ich es tun.

Ich habe dann damit begonnen, einige Details meiner Vision näher zu erläutern. Ich habe ein Steuerkonzept entworfen, das dem Mittelstand und den Leuten mit geringerem Einkommen eine Chance geben soll, mehr von dem zu behalten, was sie verdienen, während es zugleich zu einer Umstrukturierung bei den Steuerleistungen der reichsten Amerikaner kommen soll.

Ich habe ein wirklich schlagkräftiges Militär gefordert, ein Militär, das darauf vorbereitet und dafür ausgestattet ist, gegen jeden beliebigen unserer Feinde vorzugehen. Wenn wir eine Linie im Sand ziehen, so muss diese Linie ein Limit für alle bedeuten – vor allem für unsere Feinde.

Ich habe einen ganz neuen Ansatz zur Schaffung von Arbeitsplätzen vorgeschlagen, indem Unternehmen dazu ermuntert werden, mehr von ihren Arbeitsplätzen und Fabriken zurück nach Amerika (wohin sie eigentlich gehören) zu bringen, ebenso wie die Billionen von Dollar, die derzeit in ausländischen Banken in Übersee deponiert sind. Wir wollen diese Gelder repatriieren. Es geht hier um eine gewaltige Summe. Und was soll damit geschehen? Es gibt dafür viele gute Pläne. Etwa Straßenbau, Brückenbau, Errichtung von Unternehmen und Arbeitsplätzen. Auf diese Weise ließen sich erstaunliche Resultate erzielen.

Ich habe erklärt, warum Obamacare ist eine kostspielige, lächerliche Lösung für die Probleme unseres Gesundheitssystems ist, die verworfen und durch eine wesentlich bessere Lösung ersetzt werden muss. Wir müssen das Problem lösen, indem wir Wettbewerb im Privatsektor zwischen den Versicherungsunternehmen schaffen und es den Patienten ermöglichen, diejenigen Ärzte zu wählen, die sie selber wollen. Dies wäre ein viel besserer Plan, ein weniger kostspieliger Plan – bessere Ärzte, bessere medizinische Dienstleistungen. Dies könnte etwas ganz Außergewöhnliches sein. Und denken Sie daran: der Staat, die Vereinigten Staaten, würden sich dabei ein Vermögen ersparen und die Menschen würden medizinisch besser versorgt werden. Eine Kombination, die unschlagbar ist.

Wettbewerb ist auch ein Zauberwort auf dem Gebiet der schulischen Ausbildung. Eltern sollten imstande sein, diejenigen Schulen zu wählen, in denen ihre Kinder die beste Ausbildung erhalten können. Die schwächeren Schulen würden geschlossen, und ineffektive Lehrer würden entlassen. Die Gesamtschule, das ‚One-size-fits-all‘-Ausbildungsmodell, taugt einfach nichts. Es wird nichts bringen. Wir wollen nicht, dass unsere Kinder nach Washingtoner Vorgaben erzogen werden. Wir wollen eine lokale Schulausbildung. Die schulische Ausbildung sollte lokal verankert sein.

Im Lande selber müssen wir einen massiven Wiederaufbau unserer Infrastruktur in Angriff nehmen. Viele Brücken sind mittlerweile baufällig geworden, unsere Straßen in schlechtem Zustand und voller Schlaglöcher, was während der Staus Kosten in Millionenhöhe an verlorenem Einkommen für Frachtführer bedeutet, die ihre Arbeitsplätze in überlasteten Städte haben. Der öffentliche Nahverkehr ist überfüllt und unzuverlässig und unsere Flughäfen sind renovierungsbedürftig. Sehen Sie sich doch die Eisenbahnen und öffentlichen Verkehrsmittel in Ländern wie China an! Dort läuft alles viel besser. Die USA hingegen sind ein richtiggehendes Dritte-Welt-Land geworden.

Ich könnte noch weiter auf viele Ideen eingehen, über die ich in diesem Buch geschrieben habe und über solche, die ich später noch präsentieren will. Lassen Sie mich aber in Anbetracht der Tatsache, dass meine Kritiker jetzt ihre jeweiligen politischen Agenden an den Mann zu bringen versuchen, auch klar zum Ausdruck bringen, dass weitere Pläne, die sich nach den Wahlen einfach in Luft auflösen, das letzte sind, was wir brauchen.

Was wir brauchen, ist eine Führungskraft, die mit unserem Chaos umzugehen weiß und damit beginnt, praktische Lösungen für unsere Probleme zum Einsatz zu bringen. Mein Ziel ist es nicht, Hunderte Seiten amtlicher Vorschriften zu produzieren und damit die Bürokratie zu fördern, so wie andere das vorschlagen. Wir müssen die Grundlagen für eine vernünftige Politik schaffen und dabei, wenn notwendig, einige Köpfe aufeinanderkrachen lassen, damit sie zu vernünftigem Arbeiten kommen. Es ist eine Tatsache, dass dieser Staat überreguliert ist. Die Menschen können sich darin nicht mehr frei bewegen. Sie sind wie gelähmt. Es ist nicht mehr möglich, Unternehmen zu errichten. Ja, wir sind überreguliert.

Ich weiß, wie man komplexe Fragen anpacken und wie man all die verschiedenen Elemente zusammenfügen muss, um erfolgreich zu sein. Ich habe dies viele Jahre lang getan und habe ein großes Unternehmen aufgebaut und dabei ein massives Vermögen geschaffen.

Dieses Buch soll dem Leser ein besseres Verständnis für mich und meine auf unsere Zukunft gerichteten Ideen vermitteln. Ich bin ein netter Kerl, glauben Sie mir das, und ich bin stolz darauf, ein netter Kerl zu sein, aber ich bin auch leidenschaftlich und entschlossen, unser Land wieder groß machen.

Es ist Zeit, dass wir Amerika von Verzweiflung und Wut befreien und es wieder mit Freude und Erfolgsgeist erfüllen. Das ist möglich, und es wird dazu kommen.

Unsere besten Tage liegen noch vor uns. Es gibt so viel ungenutzte Größe in unserem Land. Wir sind reich an natürlichen Ressourcen, und wir sind reich an menschlichen Talenten.

Ich wünsche Ihnen viel Freude mit diesem Buch – zusammen werden wir Amerika wieder groß machen!