Merkel: 250.000 € pro Flüchtling sind eine Form der Loyalität

Angela Merkel (Fotoquelle: FLICKR / GLYN LOWE PHOTOWORKS / CC BY 2.0)

Mit der Aussage „250.000 € pro Flüchtling sind keine Strafe, sondern eine Form der Loyalität“ wird Kanzlerin Angela Merkel von der Polnischen Presseagentur PAP auf Twitter zitiert.

Die deutsche Bundeskanzlerin kommentierte damit die neueste Idee der Europäischen Union zur Lösung der sog. Migrationskrise. Zuvor hatte der stellvertretende Leiter der Europäischen Kommission Frans Timmermans gefordert, dass die „Flüchtlinge“ nach dem Prinzip der Verhältnismäßigkeit auf die einzelnen Mitgliedstaaten aufgeteilt werden sollen. (Vgl. dazu unseren Beitrag: Vizepräsident der EU-Kommission: „Monokulturelle Staaten ausradieren!“) Dieses sog. EU-Quotensytem würde sich nach der Einwohnerzahl eines Landes und nach seinem BIP richten. EU-Mitgliedstaaten, die nicht bereit wären, eine bestimmte Anzahl von „Flüchtlingen“ aufzunehmen, hätten sich an dem System über eine finanzielle Beteiligung zu beteiligen. Die Ablösekosten pro nicht aufgenommenem „Flüchtling“ würden sich auf 250.000 Euro belaufen.

Der Chefredakteur des polnischen Fernsehkanals Telewizja Republika Tomasz Terlikowski kommentierte die Vorschläge von Timmermans und Merkel sarkastisch:

„Bisher war es üblich, dass jeder Gastgeber die Kosten für seine Gäste übernimmt. Jetzt will der Gastgeber, dass andere für seine Gäste bezahlen, die er ihnen ins Haus schickt. Das ist innovativ, ein echt interessantes Modell! Sie können Gäste einladen und die Nachbarn zahlen Ihnen dafür die Kosten, wenn sie diese Gäste nicht zu sich nach Hause übernehmen wollen. In der realen Welt nennt man das Chuzpe, oder eben einen Politikvorschlag der Europäischen Kommission.“

Quelle: http://telewizjarepublika.pl/polska-zaplaci-za-nieprzyjecie-uchodzcow-angela-merkel-to-nie-kara-lecz-forma-lojalnosci,33086.html