Polen erschließt west­liche Gasquellen und wendet sich von russi­scher Energie ab

Baltic Pipe-Gasleitung im Bau · Bildquelle: Saipem-Gaz-System

Polens Bedarf an Gasenergie wird bis 2030 um 50 Prozent steigen, doch Polen will künftig einen Groß­teil seines Ener­gie­be­darfs aus Norwegen decken

Nach Ansicht des Regie­rungs­be­voll­mäch­tigten für stra­te­gi­sche Ener­gie­in­fra­struktur, Piotr Naimski, besteht für Polen keine Notwen­dig­keit, den Gasver­trag mit der russi­schen Gazprom bis 2022 zu verlängern.

Im Zusam­men­hang mit der Abkehr von der Kohle­en­ergie räumte Naimski ein, dass Polen seine Kohle­en­er­gie­quellen durch Gas ersetzen müsse. Er erklärte, dass der Gasver­brauch in Polen bis 2030 um 50 Prozent steigen werde.

Er zeigte sich zuver­sicht­lich, dass Polen nicht beab­sich­tigt, sich von russi­schen Liefe­rungen abhängig zu machen und seinen Vertrag mit der russi­schen Gazprom nicht verlän­gern wird, wenn dieser am 31. Dezember 2022 ausläuft.

Naimski ist der Ansicht, dass die derzei­tigen Pläne zum Bau zusätz­li­cher Einspei­sungen in das polni­sche Gasnetz die Einfüh­rung mehrerer anderer Gaslie­fe­ranten als Russ­land ermög­li­chen werden.

In diesem Fall verwies er auf das Projekt Baltic Pipe und bestä­tigte, dass alles darauf hindeutet, dass die Pipe­line am 1. Oktober 2022 in Betrieb genommen wird. Er wies darauf hin, dass die jüngsten Umwelt­pro­bleme im Zusam­men­hang mit der Pipe­line von Däne­mark gelöst worden seien.

„Wir sollten zu diesem Zeit­punkt positiv gestimmt sein. Es sieht so aus, als würde die Pipe­line im nächsten Jahr fertig­ge­stellt und recht­zeitig fertig werden. Das bedeutet, dass wir die Situa­tion unter Kontrolle haben“, sagte er.

Da Polen tech­nisch in der Lage ist, Gas aus dem Westen zu trans­fe­rieren, wird es Zugang zu einer weiteren Quelle in Form des euro­päi­schen Marktes an der Rohstoff­börse haben. Polen wird in der Lage sein, das von ihm benö­tigte Gas direkt zu kaufen.

„Wir befinden uns in der letzten Phase der Umset­zung unserer Stra­tegie zur Diver­si­fi­zie­rung der Gasver­sor­gungs­wege und ‑quellen für Polen. Das ist das Ziel unserer Akti­vi­täten, und ich bin über­zeugt, dass wir Ende 2022 sagen können, dass wir dieses Ziel erreicht haben“, sagte Minister Naimski.

Die Baltic Pipe ist ein stra­te­gi­sches Projekt, mit dem ein neuer Weg für die Liefe­rung von verflüs­sigtem Erdgas aus Norwegen an die polni­schen und däni­schen Märkte und andere Endver­brau­cher in den Nach­bar­län­dern geschaffen werden soll. Die Pipe­line wird in der Lage sein, jähr­lich 10 Milli­arden Kubik­meter Gas nach Polen und 3 Milli­arden Kubik­meter von Polen nach Däne­mark zu transportieren.

Quelle: Bankier.pl


3 Kommentare

  1. Däne­mark ist doch viel näher an Norwegen als Polen.
    Da versteh ich den Schluß nicht: ???
    „Die Pipe­line wird in der Lage sein, jähr­lich 10 Milli­arden Kubik­meter Gas nach Polen und 3 Milli­arden Kubik­meter von Polen nach Däne­mark zu transportieren.“
    Und beim Gas ist es wie beim Strom: Dem Gasbrenner ist es egal, woher das Gas kommt, der Glüh­birne ist es egal, ob das Wind- oder Atom­strom ist.
    Und die Händler kaufen IMMER das billigste Angebot!

    • Jedes Land samt den einwoh­nern hat bestimmte Eigen­schaften. Die Polen haben das Los der willigen Bück­linge über­nommen. Wenn denen der Ami (oder sonst jemand „großes“) erzählt, dass sie bald Erdgas­händler werden, obwohl das geogra­fisch gar nicht möglich ist, dann glauben die das trotzdem und bereiten sich vor. Natür­lich kauft niemand Gas bei den Polen, das man beim direkten Händler Norwegen billiger haben kann. Außer den Polen glaubt das ja bestimmt auch niemand. Ich mag die Polen, sie sind willige und zuver­läs­sige Arbeiter, aber bestimmte Eigen­schaften sind mir zuwider.

  2. Die Polen wieder .…
    Je kürzer die Leine, desto lauter bellt der Hund 😀

    Warte warte nur ein Weil­chen, bald kommt Bärbock auch zu Dir. Die Abkehr von der Gasen­ergie wurde auch für Polen längst beschlossen.

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