Polni­scher Außen­mi­nister kriti­siert USA: erfuhr Aufhe­bung der Nord Stream 2 Sank­tionen aus Medien

Zbigniew Rau · Foto: Albert Zawada/PAP

Der polni­sche Außen­mi­nister Zbigniew Rau sagt, Präsi­dent Biden scheine zu denken, Europa sei Deutsch­land allein

In einem Inter­view mit der rechts­kon­ser­va­tiven Tages­zei­tung Rzecz­pos­po­lita hat der polni­sche Außen­mi­nister Zbigniew Rau das Verhalten der USA wegen des Verzichts auf Sank­tionen gegen die deutsch-russi­sche Gaspipe­line Nord Stream 2 kriti­siert. Unter Präsi­dent Joe Biden scheinen die USA Europa nur mit deut­schen Inter­essen gleich­zu­setzen, so Rau.

Rau erklärte, er habe von Bidens Sank­ti­ons­ver­zicht aus den Medien erfahren. Polens Spit­zen­di­plomat rechnet nicht mit einem Treffen zwischen Biden und dem polni­schen Präsi­denten Andrzej Duda in naher Zukunft.

Aber er sagte, dass der NATO-Gipfel in Brüssel, der dem Biden-Putin-Gipfel voraus­geht, zumin­dest eine Gele­gen­heit bieten wird, die Sicher­heits­be­denken zu bespre­chen, die durch den Sank­ti­ons­ver­zicht bezüg­lich Nord Stream 2 entstanden sind.

Rau bestä­tigte, dass Amerika seine Entschei­dung über Nord Stream 2 mit niemandem in Mittel­eu­ropa abge­spro­chen hat, obwohl Staats­se­kretär Antony Blinken Anfang des Jahres versi­chert hatte, dass keine Entschei­dungen getroffen würden, die den mittel­eu­ro­päi­schen Inter­essen zuwiderlaufen.

„Leider ist die in Europa ankom­mende US-Dele­ga­tion so sehr mit dem Putin-Biden-Gipfel beschäf­tigt, dass sie keine Zeit fand, irgend­welche Treffen mit Verbün­deten an der Ostflanke der NATO zu orga­ni­sieren“, sagte er.

Er fügte hinzu, dass die Fertig­stel­lung von Nord Stream 2 Deutsch­land und Russ­land in eine Part­ner­schaft bringen werde, die eine stra­te­gi­sche Bedro­hung für Polen, die Ukraine und die balti­schen Staaten darstelle. Er wies darauf hin, wie Putin während des Inter­na­tio­nalen Wirt­schafts­fo­rums betont habe, dass die Ukraine nun „guten Willen“ in ihren Bezie­hungen zu Russ­land zeigen müsse. Auf diese Weise würde Nord Stream 2 Russ­land erlauben, eine Politik fort­zu­setzen, die auf „Drohungen, Erpres­sung und mili­tä­ri­scher Aggres­sion“ basiere.

Er fragte rheto­risch: „Und was hat die Ukraine getan, um den totalen Mangel an Konsul­ta­tionen mit ihr über Nord Stream 2 zu verdienen?“

Auf die Frage, ob er das Gefühl habe, Polen habe den Fehler gemacht, der Trump-Admi­nis­tra­tion zu nahe zu stehen, verneinte er dies.

Er war der Meinung, dass wir es mit einem Fall zu tun haben, in dem eine neue Admi­nis­tra­tion irrtüm­lich die Politik ihres Vorgän­gers ablehnt.

Quelle: Rzecz­pos­po­lita


3 Kommentare

  1. Die Erdgas­ver­sor­gung Deutsch­lands ist allein deut­sche Ange­le­gen­heit. Part­ner­schaft in der EU ist seit Jahr­zehnten offen­sicht­lich nicht möglich, auch an diesem Beispiel sieht man nur Irrsinn am Werk. Stän­dige Verstöße gegen Verträge und Vernunft sind an der Tages­ord­nung. Wo bleibt eine vernünf­tige EU-Verfas­sung, die Subsi­dia­rität und Konne­xität dauer­haft garan­tiert? Wir treiben immer stärker auf eine Idio­kratie zu, die uns EU-Bürger verblöden und exis­ten­tiell vernichten bzw. als Alter­na­tive total abhängig von einem Verbre­chens­re­gime machen soll.

  2. Die EU ist nicht Deutsch­land alleine, aber Deutsch­land finan­ziert diesen Sauhaufen fast alleine.
    Und wer die Musik bezahlt, sollte auch wünschen können, was gespielt wird!

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