Der deutsche Leistungsträger, nur noch der Fußabtreter der deutschen Politiker

Foto: Facebook-Seite von Holger Kliewe

Von Dr. rer. nat. habil. T. Bodan

Am 19.8.2016 hatte eine gut gelaunte Bundeskanzlerin die große Güte sich im schö­nen Ummanz auf Westrügen die Ehre zu geben um ihrem CDU-Kandidaten Holger Kliewe für des­sen Kandidatur für den Schweriner Landtag den Rücken zu stär­ken. Ein rie­si­ges Aufgebot an Sicherheitskräften und loka­len Größen war erschie­nen um dem kul­tu­rel­len Höhepunkt des Jahrhunderts, denn nichts ande­res war dies für die kleine Insel Ummanz, den nöti­gen Rahmen zu ver­lei­hen. Dem Steuerzahler, der für den gekonnt insze­nier­ten Auflauf zah­len muss, wurde diese Wahlkampfshow selbst­ver­ständ­lich ganz anders ver­kauft. Dem wurde erklärt, dass es um den Baubeginn eines Hochgeschwindigkeitsnetzes für das Internet ginge und nur eine Frau Bundeskanzlerin über­haupt in der Lage und fähig genug sei, etwas Derartiges auf den Weg zu brin­gen.

Nun mag man es durch­aus immer noch befremd­lich fin­den, wenn mit solch merk­wür­di­gen und sicher nicht ganz ernst gemein­ten Begründungen der Steuerzahler für den Wahlkampf der eta­blier­ten Politiker bezah­len muss, aber rich­tig schlimm wird in die­sem Falle erst eine Geschichte, wel­che sich am Rande abge­spielt hatte.

Der Bürgermeister der Gemeinde Ummanz, ein gewis­ser Holger Kliewe, wel­cher inter­es­san­ter Weise genau jener Lieblingskandidat der CDU-Chefin für den Schweriner Landtag ist, hatte näm­lich an gewisse, vor allem lini­en­treue Bürger sei­ner Gemeinde, Einladungen ver­schickt. Darunter war auch eine Einladung an den eigent­li­chen Schöpfer, Ideengeber, Manager, Planer und Macher der gesam­ten Internetgeschichte, einem Familienvater, enga­gier­ten Vertreter im Gemeinderat und – nach Meinung die­ses Autors – schlicht­weg bes­ten Mann für Netzwerkplanungen im gesam­ten Norden. Der Bürgermeister und Landtagskandidat der CDU, Kliewe, dürfte diese eine Einladung bereits mit einem gewis­sen Unwohlsein ver­sandt haben, denn der Mann war ein­fach unge­eig­net für diese Art der Präsentation. Er war und ist viel zu ehr­lich und zu auf­recht.

Aber was wäre eine Show ohne den­je­ni­gen, der diese Show über­haupt mög­lich gemacht hat? Wenn also der Bürgermeister sonst schon gerne dafür sorgt, dass alle guten Taten und Geschehnisse, inklu­sive dem Sonnenschein und dem all­jähr­li­chen Weihnachtsfest, allein ihm ange­las­tet wer­den, so war es in die­sem Fall schlicht unum­gäng­lich, wenigs­tens einen Teil des Lobes auf den eigent­lich Verdienten „abzu­wäl­zen“. Dies war weni­ger eine Frage der Ehrlichkeit und Fairness, als viel­mehr – und dies sah auch der CDU-Landtagskandidat Kliewe durch­aus ein – eine Frage der Fachkompetenz. So waren die Netzwerke, wel­che ein Holger Kliewe zu bauen und zu steu­ern in der Lage war und ist, eher sol­che, wel­che nicht unbe­dingt große Datenmengen in kur­zen Zeiten zu trans­por­tie­ren ver­moch­ten, als viel­mehr jene, wel­che man unter dem Stichwort der Seilschaften ver­stand. Die Einladung und Huldigung eines gewis­sen ande­ren und vor allem hoch­ver­dien­ten Gemeindevertreters war also not­ge­drun­gen eine Unvermeidlichkeit.

Nun begab es sich aber, dass der Eingeladene zu die­sem Thema eine sehr eigene Meinung hatte. Seiner beschei­de­nen und nüch­ter­nen Natur fol­gend, lehnte er sol­che steu­er­ver­schwen­den­den Maßnahmen nicht nur ganz prin­zi­pi­ell ab, er hatte auch ein Problem damit, von Politikern ver­ein­nahmt zu wer­den, deren Politik er als Verrat am eige­nen Volk und puren Eigennutz ver­stand. Gerade in Bezug auf Lockungen eines Herrn Landtagskandidaten nach dem Motto „SIE wird dir dann sicher auch die Hand schüt­teln“ pflegte der so Bezirzte zu ant­wor­ten:

„Tut mir leid, aber meine Religion ist die Aufrichtigkeit und diese ver­bie­tet es mir, den Zukunftsvernichtern mei­ner Kinder die Hand zu geben!“

Und so ging die­ser Aufrechte also nicht zur Wahlkampfshow, die ja eigent­lich keine war. Er ver­wei­gerte der CDU-Prominenz seine Mithilfe bei die­ser neu­er­li­chen Volksverdummung und er gab ihnen nicht auch noch die Kirsche auf der Sahnetorte, die eigent­lich doch nur er geba­cken hatte. Von Seiten die­ses Autors gebührt einem der­art gerad­li­ni­gen Menschen der höchste Respekt. De facto wäre das ein Kandidat, den der Autor sofort zur Wahl für den Landtag, ja gar die Kanzlerschaft emp­feh­len würde.

Was aber taten die Etablierten?

Nun, sie mach­ten natür­lich ihre Wahlkampfshow. Sie ver­schwen­de­ten die Mittel der Bürger und sie aßen die Torte – dann eben ohne Kirsche. Und sie erwähn­ten den Schöpfer und Urheber des Ganzen mit kei­nem ein­zi­gen Wort. Nicht nur das, der CDU-Kandidat Kliewe ver­laut­barte am Rande auch klar und deut­lich, dass „wenn der Mensch erschie­nen wäre“ und sich ein­ge­ord­net hätte, wie das die Fetten und Feisten gewünscht hat­ten, „so wäre er – selbst­ver­ständ­lich – auch ange­mes­sen gewür­digt wor­den“.
Aha, so also den­ken die da oben. Wir die deut­schen Leistungsträger sind für diese gan­zen fet­ten und feis­ten der Politik nichts ande­res als der Fußabtreter, über wel­chen sie selbst tram­peln und oben­drein ihre Techno- und Bürokraten und mil­lio­nen­hafte Bereicherung schi­cken dür­fen. Das „WILLKOMMEN“ was sie uns, ihren Fußabtretern also, auf­ge­stem­pelt haben, gilt dabei aber nicht für uns, son­dern stets nur für ihres­glei­chen und ihre Protegés.

Ist es nicht ein­fach wun­der­bar, dass wir es – wie­der – ein­mal so deut­lich gesagt und gezeigt bekom­men haben?

Werter Souverän,
gehen Sie wäh­len und zei­gen Sie den fet­ten und feis­ten Politikern, dass Sie es satt haben, deren Fußabtreter zu sein!

Dieser Beitrag stellt aus­schließ­lich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangs­läu­fig die Meinung des Herausgebers oder die Meinung ande­rer Autoren von “Unser Mitteleuropa” wie­der­ge­ben.

Print Friendly

Für unse­ren täg­li­chen Info-Brief kön­nen Sie sich hier anmel­den.

Wenn Sie unsere Mission mit einer Spende unter­stüt­zen wol­len, kön­nen Sie dies gerne per PayPal oder auch in kon­ven­tio­nel­ler Form, per Bankzahlschein machen. 


IBAN: HU48135555551355201000014057, BIC: KODBHUHB, „Unser Mitteleuropa“ 

Wir sind für jeg­li­che Hilfe sehr dank­bar!