Massen­ver­ar­mung durch Geld­schöp­fung und Inflation

Von Redak­tion
 

Die Infla­tion wird von den Regie­rungen als soge­nannter Verbrau­cher­preis­index (VPI) defi­niert, der auf der Basis von bestimmten Produkten und deren Gewich­tung ermit­telt wird. Es ist klar, dass man mit der Produkt­aus­wahl und deren Gewich­tung belie­bige Mani­pu­la­tion betreiben kann. Die Regie­rung ist aus vielerlei Gründen an einem nied­rigen VPI inter­es­siert, schon deshalb, weil Infla­tion mit Recht als negativ empfunden wird. Nied­rige Infla­tion wird daher als Erfolg verbucht. Die Moti­va­tion zu schwin­deln ist evident.

Unstrittig ist, dass die Infla­tion länger­fristig von der umlau­fenden Geld­menge abhängig ist. Hier soll jetzt nicht auf die verschie­denen Geld­men­gen­ag­gre­gate einge­gangen werden. Die Noten­bank steuert die Geld­menge über den Leit­zins, also über jenen Zins zu dem die Noten­bank den Geschäfts­banken Kredit gewährt. Das Geld hierfür ist seit langem frisch aus dem Nichts geschöpftes, im land­läu­figen Sinne „gedrucktes“ Geld, dem keinerlei Wert hinter­legt ist.

Davon zu unter­scheiden ist die Geld­schöp­fung der Geschäfts­banken durch Kredit­ver­gabe. Da eine Bank nur ein einen Kredit gegen Sicher­heiten vergibt, oder besser vergeben sollte, ist das durch die Geschäfts­banken geschöpfte Giral­geld letzt­end­lich immer durch irgend­welche Aktiva hinter­legt. Othmar Issing bezeich­nete daher diese Geld­schöp­fung als die Mone­ta­ri­sie­rung von Aktiva.

Seit 2008 hat sich die Zentral­bank­geld­menge M0 der EZB laut Prof. Sinn von 900 Milli­arden Euro bis dato auf etwa 6 Billionen Euro erhöht.

Bild: www.hanswernersinn.de/de/corona-wundersame-geldvermehrung-rotary-112020

Die Gründe für diese Geld­men­gen­ex­plo­sion liegen in dem Dauer­kri­sen­be­wel­t­i­gungs­modus, indem sich die Regie­rungen seit 2008 befinden: Erst kam die Finanz­krise, dann Flücht­lings­krise und jetzt die erfun­denen Krisen Corona und Klima! Wie man aus der Graphik erkennt, hat die EZB alle Hemmungen abgelegt.

Bis vor Kurzem hatte sich die „gefühlte Infla­tion“ nicht in demselben Ausmaß entwi­ckelt wie die Entwick­lung der Geld­menge M0. Das hat sich jetzt aller­dings geändert:

Beispiels­weise gab es in den letzten Monaten eine drama­ti­sche Erhö­hung der Baupreise. Derzeit liegen die Baupreis­stei­ge­rungen in Deutsch­land deut­lich über 6% (de.statista.com/statistik/daten/studie/164936/umfrage/entwicklung-der-baupreise-in-deutschland/). Dahinter stecken aller­dings Preis­er­hö­hungen von Rohstoffen, die wesent­lich drama­ti­scher sind:

Holz verteu­erte sich zeit­weise um einen Faktor vier, Kupfer verdop­pelte sich, usw. (siehe auch unser-mitteleuropa.com/energiewende-am-ende-oder-hyperinflation/), Beton­stahl um 70% (www.bauindustrie.de/zahlen-fakten/auf-den-punkt-gebracht/deutliche-preissteigerungen-bei-baumaterialien-zu-jahresbeginn-2021).

Diese Preis­er­hö­hungen sind eine Folge von Verknap­pungen, die durch die hemmungs­lose Geld­po­litik der Noten­banken und den daraus resul­tie­renden Nach­fra­gesog vor allem im Baube­reich (auch in Zusam­men­hang mit der forcierten Migra­tion) verur­sacht werden. Solange ausrei­chend Waren verfügbar sind, kann die Geld­menge erhöht werden, ohne dass dadurch die Infla­tion nennens­wert anzieht. Werden jedoch die Verfüg­bar­keits­grenzen über­schritten, so steigen die Preise unerbittlich.

Infla­tion und Mangel auf breiter Front!

Aller­dings sind nicht nur Baustoffe von einer Verknap­pung betroffen. Es fehlt zuneh­mend an Allem, vom Fahrrad bis zum Mikro­chip! Die „Coro­na­krise“ wird als Ausrede für das Nicht­funk­tio­nieren der globa­li­sierten Wirt­schaft instru­men­ta­li­siert. Wenn China wieder einmal einen Hafen wegen einem Coro­na­fall schließt (siehe z.B. kurier.at/wirtschaft/erneut-hafen-schliessung-in-china-nach-coronafall/401469724), so kann das nur als Ausrede gewertet werden: Die chine­si­schen Häfen arbeiten voll­au­to­ma­tisch und können auch ohne Personal zumin­dest kurz­fristig weiter­ar­beiten. Offenbar sollen die Abnehmer chine­si­scher Waren gezwungen werden, höhere Preise zu akzeptieren!

Anleger gewinnen durch die Geld­schöp­fung der Notenbank:

Bisher waren vor allem Anla­ge­werte von der Infla­tion betroffen (Immo­bi­lien und Aktien), was von den Besit­zern als „Gewinn“ wahr­ge­nommen wurde:

Immo­bi­li­en­preise stiegen im Schnitt in den letzten 8 Jahren in den Wachs­tums­re­gionen Deutsch­lands um ca. 80% (de.statista.com/statistik/daten/studie/597304/umfrage/immobilienpreise-alle-baujahre-in-deutschland/). Noch drama­tisch ist die Lage am Wohnungs­markt (de.statista.com/statistik/daten/studie/6654/umfrage/immobilienpreise-fuer-eigentumswohnungen-in-deutschen-staedten-2008/). In München liegen die Quadrat­me­ter­preise für eine Eigen­tums­woh­nung bei 10 000 Euro!

Noch üppiger ist die Entwick­lung am Akti­en­markt: Der deut­sche Akti­en­index stieg in den letzten 10 Jahren um etwa 180 %! Fraglos ist, dass diese Preis­ent­wick­lungen liqui­di­täts­ge­trieben sind. Diese Stei­ge­rungen werden aber nicht in dem VPI eingerechnet!

Umver­tei­lung von Fleißig zu Reich

Die Geld­men­gen­ver­meh­rung führte also bisher dazu, dass die Reichen zumin­dest im Verhältnis reicher wurden, was natur­gemäß von diesen Akteuren sehr positiv wahr­ge­nommen wurde. Man kann es auch so sehen, dass die EZB mit ihrer Politik Reiche subven­tio­niert! Für diese Betrof­fenen ist das Reich­werden ohne irgendein Zutun die beste aller Welten, ein Para­dies! Weniger Begü­terte können sich dafür ein mensch­li­ches Grund­be­dürfnis nach Wohn­raum nicht mehr leisten und müssen stun­den­lang pendeln, da es in den Metro­polen keinen leist­baren Wohn­raum mehr gibt. Wen wundert es, wenn linke Demagogen ständig Zulauf haben?

Jetzt führt aber die Geld­schwemme zu einer Infla­tion auf breiter Front, die vor allem weniger Begü­terte trifft! Die Infla­tion bewirkt also eine Umver­tei­lung von Fleißig zu Reich und schafft so die Verar­mung breiter Schichten, wie sie vom „Great Reset“ ange­strebt wird. Man kann also getrost davon ausgehen, dass die Infla­tion von der EZB ganz bewusst durch die Geld­schwemme befeuert wird. Während man in den USA zumin­dest über ein Ende der allzu lockeren Geld­po­litik nach­denkt, will die EZB an der Politik der Geld­schwemme festhalten.

Über die Infla­tion werden wir unsere Opfer für die Klima­re­li­gion und ihre Hohe­priester erbringen müssen

Die Ener­gie­wende, die ja haupt­säch­lich über die Geld­schöp­fung durch die EZB finan­ziert werden soll, wird eben­falls für einen dauer­haften Infla­ti­ons­schub sorgen:

Man bedenke z.B., dass alleine ein 3 MW-Windrad aus 7000 Tonnen Stahl­beton und 1000 Tonnen Stahl besteht. Zum Einsatz kommen beispiels­weise mehr und mehr Neodym-Magnete. Neodym wird fast ausschließ­lich in China gewonnen. Man kann sich vorstellen, wie sich da die Preise entwi­ckeln werden. Eine andere Option für die Dauer­ma­gnete sind Ferrit-Magnete, für die wieder Stron­tium oder Kobalt benö­tigt werden, also eben­falls seltene Elemente. Die Kobalt-Reserven werden welt­weit auf 25 Millionen Tonnen geschätzt. Dieses seltene Element soll dann nicht nur für die Gene­ra­toren von Wind­rä­dern sondern auch für die Elek­tro­mo­toren der E‑Autos, Wärme­pumpen und viele andere Anwen­dungen reichen. Nach­hal­tig­keit sieht anders aus! Man kann sich lebhaft vorstellen, dass diese seltenen Rohstoffe in Bälde von irgend­wel­chen Akteuren gehortet werden, so wie es jetzt schon beim Kupfer der Fall ist (siehe www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/wichtiger-industrierohstoff-kupfer-ist-so-teuer-wie-seit-zehn-jahren-nicht-a-2114a478-b208-483c-b476-5d56986f8f98#ref=rss), um die Preise ins Phan­tas­ti­sche zu treiben!

Der Preis für die Ener­gie­wende wird daher nicht nur der unmit­tel­bare Preis für den Strom sein. Er wird durch eine Preis­stei­ge­rung in allen mögli­chen Berei­chen spürbar werden. Da das Inves­ti­ti­ons­vo­lumen der „Ener­gie­wende“ welt­weit in die hunderte Billionen Euros und Dollar gehen wird, kann man ihre Auswir­kung auf jeden Einzelnen nur mehr mit dem Pyra­mi­denbau im Altertum verglei­chen. Wir werden zwar nicht mehr zur Skla­ven­ar­beit vor Ort gezwungen (was für ein Fort­schritt!), jedoch werden wir einen gewal­tigen Teil unserer jähr­li­chen Arbeits­leis­tung einem Sinn­los­pro­jekt opfern müssen, an dem sich nur wenige Akteure krumm und dumm verdienen werden. So wie die Menschen im Altertum für irgend­welche Wahn­sinns­pro­jekte gott­glei­cher Poten­taten lebens­läng­lich schuften mussten, sollen wir uns in Zukunft für Aber­mil­lionen sinn­loser Wind­räder, oder anderen Dumm­heiten wie z.B. einer CO2-freien Stahl­pro­duk­tion abrackern.


 

13 Kommentare

  1. Deutsch­land und Europa werden zerstört, aber die meisten der Bewohner wollen das so, denn sie glauben pausen­losen Lügen.

    Jüngst hörte ich einen weisen Vater auf das Gemaule seines Kindes, dass er dies und jenes alles nicht wissen wolle und deshalb nicht lernen wolle, antworten, wenn Du nichts weißt, musst Du alles glauben, was andere Dir sagen. Genau in diesem Zustand sind die meisten Deut­schen, sie wissen nichts und wollen nichts wissen, es könnte ihr falsches Bild stören und deshalb glauben sie allen Lügen.

    Sie haben sich schon lange nicht mehr gegen eine Verdum­mungs- und Enteig­nungs-Politik (mate­riell und frei­heits­recht­lich) gewehrt, die ihre Köpfe voll­füllt mit einer Fixie­rung auf Früh- und Dauer- Sexua­lität, mit irrwit­ziger Gender­sprache, kranker äußer­li­cher Geschlechts­um­wand­lung, mit sich einrichten in Hartz IV + Schwarz­ar­beit oder koka­in­ge­puschter Karrie­re­ver­fol­gung vor allem aber mit Hedo­nismus und nicht aufkommen lassender oder Zerstö­rung echter mensch­li­cher Bindungen, so dass sie mit ihrem Fern­sehen, minder­wer­tigem vielen Essen und netten Spielen wie stän­digem Reisen und Dauer­chillen, ober­fläch­lichsten Massen­ver­an­stal­tungen einen satten vollen Bauch haben. Ein satter Bauch „studiert“ nicht gern, er will nichts wissen.

    Ein Alko­ho­liker muss erst ganz unten ankommen, nur dann kann er beginnen, etwas zu ändern. Offen­sicht­lich müssen die satten vollen Bäuche auch erst ganz unten in der Verar­mung ankommen.

  2. INFLATIONSURSACHE: LÖHNE, NICHT ZINSEN!!!

    Das habe ich lange nicht kapiert. Erst ein Deut­scher Professor klärte mich per Video auf!

    ERSTENS:

    Bei stei­genden Löhnen, da kündigen die Banken zuerst die Kredite von Firmen, welche sich bei Banken hoch verschuldet haben!

    Bei stei­genden Löhnen, da geht der Export­um­satz zurück!

    ZWEITENS:

    Bei sinkenden Löhne, da vergeben die Banken Kredite, bar jeder Sicher­heit und fast zinslos!

    Bei sinkenden Löhnen, da steigt der Exportumsatz! 

    DRITTENS:

    Die BRDDR entschied sich für sinkende Löhne, ließ sich den Export mit Schrott­geld abkaufen und verkaufte dem Doof­mi­chel das gekaufte Schrott­geld für wert­hal­tige Staats­schulden! – Die BRDDR ist damit oberpleite! -

    Ach wie gut, daß niemand weiß, daß ich „Schul­den­frei“ heiß!

    • Nach­trag:

      Wenn die Löhne steigen, sinkt der Betriebs­ge­winn. Wenn der Betriebs­ge­winn sinkt, wird der Bank­kredit des Betriebes notlei­dend. Dann kündigt die Bank den bestehenden Betriebskredit. 

      Bei der Suche nach einem Anschluß­kredit muß der Betrieb die Gründe für die Kredit­kün­di­gung vorlegen, und die sind für einen neuen Bank­partner wenig prickelnd. Im Ergebnis verlangt der neue Kredit­geber steigen die Zinsen.

      Und das geschieht überall, wo der Firmen­ge­winn durch stei­gende Löhne sinkt! Das heißt bei fast allen Unter­nehmen mit Festangestellten

        • Jau! Das ist prak­tisch wie bei einer privaten Baufi­nan­zie­rung. Wenn die Bank meint, daß der Immo­bi­li­en­käufer Zins und Tilgung nicht nicht erwirt­schaften kann, dann wird das nichts mit dem Haus­kauf. Drama­ti­scher ist es, wenn eine Anschluß­fi­nan­zie­rung gesucht wird der Kredit­nehmer arbeitslos wurde.

          Ich erin­nere mich an Zeiten, da waren diese Leute, denen die Anschluß­fi­nan­zie­rung versagt wurde, bereit 20% Zinsen zu blechen!

  3. Die Zinsen steigen nicht nur durch Anhe­bung des Leit­zinses der Zentral­bank, sondern auch durch den Ankauf von Staats­an­leihen durch die Zentral­bank. Durch den Ankauf steigt der Anleih­kurs und damit sinkt die Rendite bzw. die Verzin­sung. Durch den Ankauf der staat­li­chen Schuld­pa­piere mit dem Geld, das die Zentrl­bank aus dem Nichts herstellt, steigt die Staats­ver­schul­dung. Das Geld, das in Umlauf kommt, ist nicht durch Sach­werte (Gold) gedeckt und für das Geld muss auch nicht gear­beitet werden. Die Geld­dru­ckerei der EZB wurde zunächst mit der zu nied­rigen Infla­ti­ons­rate (Verbrau­cher­preise) von weit unter 2% begründet. Trotz jahre­langer Geld­dru­ckerei stieg die Infla­tion nicht auf nahe 2%. Die Erklä­rung dürfte sein, dass die real­wirt­schaft­li­chen Güter in hohen Mengen durch zuneh­mende Tech­ni­sie­rung (Computer) und durch Ausla­ge­rung der Produk­tion in Billig­lohn­länder produ­ziert wurden. In meinem kleinen Buch „Die kompli­zierte Welt es Geldes“, in dem ich für den inter­es­sierten Laien die wich­tigsten Zusam­men­hänge rund um das Geld beschrieben habe, bin ich davon ausge­gangen, dass es eine Infla­tion als Folge von Corona geben werde, da der Staat die Steuern massiv anheben müsse (Kosten­in­fla­tion), was zu stei­genden Preisen führt. Nun ist die Infla­tion durch die Unter­bre­chung von Liefer­ketten bereits in Gang gekommen. Die EZB müsste eigent­lich durch höhere Zinsen – Einstel­lung des Ankaufs von Staats­an­leihen – gegen­steuern. Daran scheint sie nicht zu denken. Wenn nun die Anlei­he­kurse immer weiter steigen, wer soll dann in Anbe­tracht hoher Kurse und hoher Staats­ver­schul­dung noch Staats­an­leihen kaufen? Der Staat kann sich nur noch bei der EZB verschulden. Die komplette Staats­fi­nan­zie­rung durch die Zentral­bank. Der Staats arbeitet mit wert­losem Geld. Das Geld verliert immer mehr an Wert. Diese Problem haben offen­sicht­lich einige Staaten erkannt. El Salvador hat den Bitcoin als gesetz­li­ches Zahlungs­mittel einge­führt und Vene­zuela prüft diesen Schritt eben­falls. Der Bitcoin kann nicht einfach aus dem Nichts herge­stellt werden, sondern erfor­dert einen hohen Aufwand an Compu­ter­leis­tung (Energie). Er ist vergleichbar mit der Gold­münze. Die Herstel­lung des benö­tigten Goldes erfor­dert einen erheb­li­chen Aufwand. Das was die EZB macht, ist ein Miss­brauch ihrer Möglich­keiten, was von der Öffent­lich­keit nicht bemerkt wird.
    Durch Artikel wie den vorlie­genden könnten die Menschen an das schwie­rige Thema „Geld“ heran­ge­führt werden. Solche Artikel sind zu begrüßen.

    • Was geschrieben steht, ist richtig. Nur: Weder der Artikel noch der Kommentar spie­geln die momen­tane Situa­tion wider.

      Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.

      Erstmal zum Artikel

      „Die Noten­bank steuert die Geld­menge über den Leitzins“
      So mag das bisher gestern gewesen sein. Aktuell poten­ziert dieselbe Noten­bank die Faktoren der Infla­tion in unbe­kannte Höhe. Man sollte also besser schreiben, dass der fallende Leit­zins – und damit die stei­genden Infla­tion – das Resultat der EZB-Politik ist. 

      Selbst wenn die EZB den Leit­zins erhöhen wollte, könnte sie das gar nicht mehr. Denn das würde der immensen, auf dem Markt befind­li­chen Geld­menge konträr laufen und zum sofor­tigen Kollaps führen (inter­na­tional).

      Stark verein­facht, kann man sich die Syste­matik des Geldes wie folgt vorstellen: Jedes Produkt hat seinen Preis. Redu­ziert man das Produkt, steigt der Preis; weil ja die Nach­frage höher als das Angebot ist. Das Gegen­teil gilt genau so: Ein Über­an­gebot redu­ziert sofort den Preis. 

      Würde man Geld als Ware betrachten, wäre der Zins der Preis des Geldes. Je mehr Geld gedruckt wird, desto mehr Geld ist vorhanden – desto nied­riger wird sein Preis. Der Preis des Geldes (also der Zins­satz) ist bekann­ter­maßen bereits negativ, weil so viel Geld im Umlauf ist. Man muss den Käufern sozu­sagen noch Geld dazu geben, damit sie „die Ware“ über­haupt abnehmen. 

      Wem solche Aussagen jetzt „wirr“ vorkommt, sollte mal an den Strom­preis denken, da gibt es ähnliche Effekte: Der Strom­preis wird manchmal (in letzter Zeit immer öfter) negativ. Wenn Kunden aus dem Ausland deut­schen Strom abnehmen, zahlt man ihnen noch Geld dazu, nur damit sie den Strom auch wirk­lich nehmen. Weil sonst das Netz kolla­bieren würde.

      Der nega­tive Zins­satz des Geldes ist also heute ein direkter Indi­kator für die Höhe und den Fort­lauf der Infla­tion. Nun wird auch klar, warum man den Leuten Geld geben muss, damit sie sich Geld leihen: Weil das Geld, das man sich geliehen hat, konti­nu­ier­lich an Geld verliert. Dabei ist der Zins nicht etwa ein Anreiz, sich Geld zu leihen, sondern der Zins­satz ergibt sich auto­ma­tisch: Über die am Markt befind­liche Geld­menge, die den Preis drückt, sprich die Zinsen fallen lässt. Die EZB würde die Zinsen ja gerne anheben, kann das aber nicht, weil das fili­grane Gebilde sofort zusam­men­bre­chen würde. Das Geld­system ist in einer Rekur­si­ons­schleife gefangen und daher ausge­reizt bis über alle Ohren. 

      Nun zum Kommentar

      „Die Zinsen steigen nicht nur durch Anhe­bung des Leitzinses“

      Habe ich was verpasst? WO steigen denn die Zinsen ?? Die EZB senkt den Leit­zins ab, um schwä­chenden Kapi­tal­in­stru­menten die Möglich­keit zu geben, ihre Struktur über güns­tige Kredite anzu­kur­beln. An dieser Geld­po­litik hält die EZB bis heute fest. www.tagesschau.de/wirtschaft/ezb-inflation-zinspolitik-notenbanken-101.html Seit 2008 sank der Leit­zins­satz von 4,25 Prozent auf inzwi­schen 0 Prozent (Stand: 06/2021).

      „Die Zinsen steigen nicht nur durch Anhe­bung des Leit­zinses der Zentralbank,
      sondern auch durch den Ankauf von Staats­an­leihen durch die Zentralbank“

      Genau umge­kehrt ist es! Durch den „Ankauf“ von Staats­an­leihen soll der im freien Fall befind­liche Zins gebremst und der Aufschlag gemil­dert werden. 

      Ist das nicht dasselbe? Nein! Der Kommen­tator sugge­riert durch seine Schreib­weise, die EZB würde den Markt regu­lieren. In Wahr­heit ist es jedoch so, dass die EZB im eigenen Haus (finan­zi­elle) Groß­brände löschen muss. 

      Wenn ich das überall wieder­ge­käute Gefasel „Ankauf von Staats­an­leihen“ lese, schwillt mir ganz ehrlich der Kamm. Ich kanns nicht mehr lesen!! Sowas schreibt nur jemand, der den Leser mani­pu­lieren will, oder von Tuten und Blasen keine Ahnung hat. 

      Der soge­nannten „Ankauf von Staats­an­leihen der EZB“ ist eine – extrem lügen­hafte, weil dem Zweck der betrü­ge­ri­schen Mani­pu­la­tion dienende – Umschrei­bung für das Drucken von Geld. Immer, wenn die EZB Anleihen von EU-Staaten „kauft“, über­gibt sie in Wahr­heit frisch gedrucktes GELD an die Regie­rungen. Einfach so und ohne valu­tie­rendes Gegen­konto (die Anlei­hen­karte wird niemals gezogen – die Anleihen „verschim­meln“ sozu­sagen in den Kellern der EZB!). 

      Übri­gens: Die Gelder, suggestiv als „Anlei­hen­käufe“ verpackt, haben in den letzten sechs Jahren die gewal­tigen Kosten der Migra­tion getragen, ohne dass die gesamt­deut­sche Bilanz dadurch nennens­wert belastet worden ist. 

      Hinter Anlei­hen­käufen versteckt sich in Wahr­heit ein „Geld­ge­schenk“ der EZB an die EU-Staaten, vor allem an den Groß­ab­nehmer Deutsch­land. Die Anfüh­rungs­zei­chen deshalb, weil es natür­lich kein Geschenk ist, sondern einen Preis hat. Einen sehr bitteren Preis! Der Preis des Geld­dru­ckens ist der, dass das in Umlauf befind­liche Geld immer mehr an Wert verliert, je mehr gedrucktes Geld in Umlauf kommt. Was sich am Preis fest­stellen lässt, der (im Vergleich) beim Geld der Zins­satz ist, und der geht bekannt­lich immer mehr ins nega­tive. Nun versteht man viel besser, was gerade vor sich geht, nicht wahr.

      „Nun ist die Infla­tion durch die Unter­bre­chung von Liefer­ketten bereits in Gang gekommen“

      Ich muss gleich kotzen! Mit welcher Selbst­si­cher­heit hier Ursache und Wirkung vertauscht wird! Die „Unter­bre­chung von Liefer­ketten“ ist der Tatsache geschuldet, dass die verlangten Preise nicht mehr gezahlt werden können. 

      Was im Inland (noch) hinter dem mani­pu­lierten Index versteckt wird, lässt sich das Ausland von uns längst nicht mehr bieten. Dass die Preise der Rohstoffe explo­dieren, ist auch nur der laien­hafte Sicht­weise geschuldet. In Wahr­heit ist es so, dass unser Geld nach­ge­geben hat – und das Ausland daher mehr von diesem mitt­ler­weile schwa­chen und immer schwä­cher werdenden Geld haben will. Im Prinzip haben wir in der EU eine Währung, die auf dem Weg ist, eine Art zweite DDR-Währung zu werden. Mit dem Wissen im Hinter­kopf kann man viel besser verstehen, dass die „Unter­bre­chung von Liefer­ketten“ denselben Grund hat, warum es in der DDR fast keine Bananen gegeben hat: Sie waren für das Regime mit der Ostmark unbe­zahlbar: Niemand wollte diese Spiel­geld-Währung (das galt i.d. DDR übri­gens nicht nur für Bananen, sondern für jede Art Import­ware). Mit heutiger Sprech­weise würde Erich seinem Volk die fehlenden Bananen wohl auch als „Unter­bre­chung von Liefer­ketten“ begründen. Es ist sowas von lächer­lich, dass so viele Menschen diesen Fak nicht nur glauben, sondern auch noch weiterverbreiten.

      Mehr schreibe ich zu diesem Thema nicht. Wer ein Buch über Geld schreibt, sollte ein Minimum Gefühl für Geld haben. Hat der Kommen­tator viel­leicht auch, in seinem Kommentar jedoch verwech­selt er Ursache und Wirkung. Und das mehr als nur einmal.

      Die Währung soll übri­gens absicht­lich kaputt gemacht werden. Was jahre­lang nur eine nega­tive „Begleit­erschei­nung“ des Geld­dru­ckens gewesen ist – der fallende Leit­zins – wurde vor kurzem als INSTRUMENT entdeckt. Als Instru­ment zur Abschaf­fung des Bargelds!

      Erst wird die Währung kaputt gemacht. Dann gibt eine neue Währung. Und nun kann jeder mal raten, ob die neue Währung noch Bargeld enthalten wird … *zwinker zwinker*

  4. Deutsch­land und Europa werden zerstört, aber die meisten der Bewohner wollen das so, denn sie glauben pausen­losen Lügen.

    Jüngst hörte ich einen weisen Vater auf das Gemaule seines Kindes, dass er dies und jenes alles nicht wissen wolle und deshalb nicht lernen wolle, antworten, wenn Du nichts weißt, musst Du alles glauben, was andere Dir sagen. Genau in diesem Zustand sind die meisten Deut­schen, sie wissen nichts und wollen nichts wissen, es könnte ihr falsches Bild stören und deshalb glauben sie allen Lügen.

    Sie haben sich schon lange nicht mehr gegen eine Verdum­mungs- und Enteig­nungs-Politik (mate­riell und frei­heits­recht­lich) gewehrt, die ihre Köpfe voll­füllt mit einer Fixie­rung auf Früh- und Dauer- Sexua­lität, mit irrwit­ziger Gender­sprache, kranker äußer­li­cher Geschlechts­um­wand­lung, mit sich einrichten in Hartz IV + Schwarz­ar­beit oder koka­in­ge­puschter Karrie­re­ver­fol­gung vor allem aber mit Hedo­nismus und nicht aufkommen lassender oder Zerstö­rung echter mensch­li­cher Bindungen, so dass sie mit ihrem Fern­sehen, minder­wer­tigem vielen Essen und netten Spielen wie stän­digem Reisen und Dauer­chillen, ober­fläch­lichsten Massen­ver­an­stal­tungen einen satten vollen Bauch haben. Ein satter Bauch „studiert“ nicht gern, er will nichts wissen.

    Ein Alko­ho­liker muss erst ganz unten ankommen, nur dann kann er beginnen etwas zu ändern. Offen­sicht­lich müssen die satten vollen Bäuche auch erst ganz unten in der Verar­mung ankommen.

    10
  5. Das diese Geld­flut der EZB zur Rettung eines inhä­rent kranken Systems Infla­tion, vermut­lich sogar Hyper­in­fla­tion zur Folge haben muss ist ein einfa­ches Gesetz der Ökonomie. Dergleiche Krisen gab es in der Geschichte ja gleich mehrere. Nichts gelernt – oder Absicht, das ist hier die Frage. Bei zweitem steht eine straf­recht­liche Aufar­bei­tung eigent­lich an der sofor­tigen Tagesordnung.
    Nicht umsonst hatten 2002/2003 die 4(5) Profes­soren um Dr. Hankel, Schacht­schneider & Co. gegen die Verge­mein­schaf­tung der EU-Schulden mit dem €uro geklagt.
    Und, ich sage es ungern: auch die BüSo warnt seither perma­nent vor den jetzt unab­wend­baren Folgen dieser mone­tären Politik des billigen Geldes. Aber Stimmen der Vernunft und des Sach­ver­standes werden in Deutsch­land seit 1998 nicht mehr gehört. Es geht heute nur noch um Ideologie.

  6. „…man nannte das Infla­tion und behauptet heute, das sei ein Natur­er­eignis, aber dem ist nicht so. Das Geld is nur aus den Taschen der Armen in der Taschen der Reichen gewan­dert.“ (Zitat aus dem Jahr 1932)
    Was hat sich geändert?

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here